Medizin - Website und Blog von Dr. med. Alois Giger, Bischofszell

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Medizin

8. Juli 2019

Oftmals gelingt es uns Ärzten nicht, die Ursache eines Leidens herauszufinden. Glücklicherweise kommt uns manchmal der Zufall oder ein zunächst harmloser Hinweis zuhilfe. Ich schildere hier eine
kleine Begebenheit aus meinem eigenen Leben: ich hatte im letzten Jahr eine Achillessehnenentzündung rechts, deren Ursache mir völlig unklar war. Ich dachte zunächst an das Blutdruckmittel, das ich seit längerer Zeit regelmässig einnehme. Ich liess es für einige Zeit weg - ohne positiven Effekt. Nach einem halben Jahr war die Sehne wieder in Ordnung. Das Blutdruckmittel hatte ich schon länger wieder eingenommen. Abhaken und vergessen. Nicht ganz: im Mai dieses Jahres ging die Geschichte von Neuem los. Wiederum konnte ich mir keinen Reim auf die Ursache machen. Zunächst. Ab dem 9. Mai hatte ich nach einem urologischen Eingriff Ciproxin, ein bekanntes Antibioticum aus der Gruppe der Chinolone, eingenommen. Plötzlich ging mir ein Lichtlein auf, was leider selten genug vorkommt: die Entzündung trat tatsächlich unmittelbar mit dem Beginn der Antibioticumtherapie auf... Sofort habe ich mich ans Literaturstudium gemacht. Und nun besteht kein Zweifel mehr an Ursache und Wirkung. In der Literatur sind sogar Fälle beschrieben, in welchem es wenige Stunden nach dem Schlucken der ersten Tablette eines Chinolones wie Ciproxin zur Ruptur (Riss) einer Sehne gekommen war. Betroffen waren nicht nur die Achillessehne, sondern auch solche im Schulterbereich (Rotatoren-Manschette). Sachen gibts, die gibts gar nicht.



Künftig werde ich bei meinen Praxisvertretungen Ciproxin nicht mehr verschreiben. Es gibt Alternativen.

Im Übrigen habe ich das Antibioticum sofort abgesetzt. Der Sehne geht es besser, aber noch nicht gut. Ich denke, dass die Sache nach insgesamt 3 Monaten in Ordnung sein sollte. Und die Therapie? Lokal etwas Sportgel und bei Bedarf einen Entzündungshemmer einnehmen. In meinem Fall Vimovo.

Mit Sicherheit werden die möglichen Nebenwirkungen auch von uns Ärzten unteschätzt. Und nicht selten führt nicht die Krankheit, sondern die Therapie zum Tode. Eine traurige, eine himmeltraurige Nachricht...

20. Mai 2019

Dass auch in der medizinischen Forschung nicht immer alles rund läuft, hat die angebliche Sensation um einen neuen Bluttest klar zutage gefördert. Aus der Uniklinik im deutschen Heidelberg war zu vernehmen, dass es Forschern gelungen sei, mittels eines Bluttestes ein Mammacarcinom im Frühstadium zu erkennen. Zu einem Zeitpunkt also, in welchem die bisher bekannten Untersuchungen inkl. Gewebeprobe noch versagen. Alles Schall und Rauch! Noch bevor die Weltneuheit auf den Markt geworfen werden konnte, hat die Staatsanwaltschaft eingegriffen. Der Test versagt in zweierlei Hinsicht: zum Einen erkennt er den noch jungen Krebs nicht bei allen Befallenen; zum Anderen schlägt er bei Frauen an, die gar keinen Brustkrebs haben. Ein Test zum Vergessen, um den vor allem in Deutschland ein riesiger Hype entstanden war... Si tacuisses, philosophus mansisses (für die wenigen Nicht-Lateiner: hättest Du geschwiegen, wärest Du ein Philosoph geblieben...). Oder: Lügen haben kurze Beine (in der Politik nicht immer).




6. Mai 019

MASERN

Im Jahre vor meinem Staatsexamen habe ich mir in einem 4-monatigen Praktikum im damaligen Rhodesien - heute Zimbabwe - viel Können und Wissen aneignen dürfen, welche mir in meinem Berufsleben zugute gekommen sind. Das Musiso-Hospital in Zaka, von der Bethlehem Mission Schweiz gegründet und unterhalten, war damals im Umkreis von mehr als 100 km das einzige Spital mitten im Busch. Neben dem kleinen Spital gehörten auch eine Missionsschule und eine kleine Farm zum Anwesen. Noch heute kann ich mich gut erinnern, wie fast tagtäglich mehrere Säuglinge und Kleinkinder mit einer Masern-Encephailits (Hirnentzündung) zum Sterben ins Spital gebracht wurden. Therapien gab und gibt es keine. Ganz offensichtlich haben die Kinder schwarzer Hautfarbe weniger Abwehstoffe gegen das Virus, was zu einer erhöhten Sterblichkeit führt. Wer Solches erlebt hat, bringt für Impfgegner kaum Verständnis auf. Nicht zu vergessen: in den frühen 70-er Jahren war noch kein Impfstoff auf dem Markt.

PS: neulich sind in der Schweiz 2 Männern an Masern gestorben. Die Umstände kenne ich (noch) nicht...





Nach meinem Staatsexamen arbeitete ich zunächst eine Wintersaison als Assistent in einer grossen Praxis in Flims-Waldhaus. Nach diesen strengen Monaten wollte ich es wissen: ich marschierte vom Regen in die Traufe und reiste als IKRK-Arzt ins mir bisher unbekannte Bangla Desh. Was ich dort alles erleben musste und durfte, hat auf einem Schreibbogen keinen Platz. Was mir ein Leben lang bleiben wird, sind die Pockenkranken, die ich noch mit eigenen Augen gesehen hatte. Nur etwa die Hälfte der Erkrankten überlebt diese entstellende Krankheit. Und wenn man die Narben im Gesicht und an anderen Körperstellen eines Überlebenden gesehen hat, ist man geprägt und dankt dem Himmel, dass bereits zu jener Zeit ein sicherer Impfstoff gefunden worden war, welcher in den Entwicklungsländern, wo er am dringendsten benötigt worden wäre, noch nicht vorrätig war. In der Zwischenzeit sind die Pocken weltweit ausgerottet. Ein grosser Segen. Für mich als nicht mehr junger Arzt, der in seinem Leben doch einiges gesehen und erlebt hat, ist es absolut unverständlich, dass es in Anbetracht des Impfsegens Ärzte gibt, die sich als Impfgegner profilieren....




29. April 2019

IMPFUNGEN

Wenn Sie ein Impfverfechter sind und in Versuchung geraten, übrige Zeit zu vertrödeln, dann rate ich Ihnen, sich mit einem Impfgegner auf eine Diskusssion, besser gesagt - auf einen Monolog einzulassen. Nach kurzer Zeit wird Ihnen ob der eigenwilligen Argumentation des Gegners Hören und Sehen vergehen - oder aber der Schnauf ausgehen. Schon vor vielen, vielen Jahren habe ich es in der Praxis aufgegeben, mich mit einem Impfgegner zu messen. Komplet verlorene Zeit. Denn, wenn von Anfang an klar ist, dass einer der Teilnehmer keinen Millimeter von seiner vorgefassten Meinung abweicht, dann kann überhaupt kein sinnvoller Diskurs entstehen. Wirklich schade um jede Sekunde.


Masern...


Ich verzichte darauf, den Impfgegnern (IG) an den Karren zu fahren. Das führt zu nichts. Dennoch will ich ein paar kritische Bemerkungen anbringen:

- die IG behaupten, die Studien zur Wirksamkeit seien alle gefälscht. Dass allein die Daten, über die sie angeblich verfügen, korrekt seien, darf von niemandem angezweifelt werden;
- die Impfstoffhersteller hätten selbstverständlich das grösste Interesse daran, möglichst viele Impfdosen zu verkaufen. Aus dieser Überlegung heraus würden sie zur Fälschung der Studien beitragen;
- die Nebenwirkungen, die es tatsächlich gibt, seien um ein Vielfaches häufiger und wesentlich schlimmer, als es die Studien wahrhaben wollten;
- Impfungen würden dazu beitragen, das Immunsystem zu schwächen und im Extremfall zu zerstören;
- es gäbe nicht wenige Fälle von Krebs, die einer Impfung zuzuschreiben seien;
- usw, usw....es gäbe noch der Argumente viele.



Masern...

Dass es auch unter den Ärzten Impfgegner gibt - es sind nur wenige Prozent -, erstaunt nicht, ist es doch jedem freigestellt, eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu vertreten. Ob es aber
Sinn macht, vor allem Kindern eine nachgewiesen heilsame Behandlung zu verwehren, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Und es gibt in der Zwischenzeit in verschiedenen Ländern Betriebe und Unternehmen, die von einem Stellensuchenden zwingend gewisse Impfungen verlangen. Den umgekehrten Fall, dass eine Firma nur Menschen einstellt, die nicht geimpft sind, habe ich bisher nicht erlebt.

Für mich ist das Pro und Contra auch eine Frage der Fairness: Nichtgeimpfte aus Überzeugung (der Eltern), können einen Infekt an andere Kinder und Erwachsene übertragen, die aus Versehen nicht
geimpft wurden oder aus einem Land zu uns kommen, wo kein Impfstoff zu Verfügung stand.

Im Übrigen bringt es gar nichts, wenn das Schweizer Fersehen versucht, eine ausgewogene Sendung über Sinn oder Unsinn der Impfung zu gestalten. Zum Einen weicht keiner von seiner Meinung ab;
zum Anderen müssten Befürworter und Gegner in jenem Verhältnis vertreten sein, wie sie sich in der Gesamtbevölkerung prozentual darstellen. Gegen die krasse Übermacht der Impfbefürworter hätten auch die fanatischsten Impfgegner einen sehr schweren Stand.



.... tut es weh?? (blöde Frage....)

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